{"id":1366,"date":"2013-11-26T17:45:22","date_gmt":"2013-11-26T16:45:22","guid":{"rendered":"http:\/\/francoismuerner.ch\/?page_id=1366"},"modified":"2013-11-26T18:09:08","modified_gmt":"2013-11-26T17:09:08","slug":"interview-fur-das-buch-on-air","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/francoismuerner.ch\/?page_id=1366","title":{"rendered":"Buch ON AIR Interview"},"content":{"rendered":"<p>Fragen von <strong><a title=\"Roger Thiriet Co-Autor &quot;ON AIR 30 Jahre Lokalradios in der Schweiz&quot;\" href=\"http:\/\/www.thiriettexte.ch\/biografie\/\" target=\"_blank\">Roger Thiriet<\/a><\/strong> f\u00fcr das Buch <strong><a title=\"ON AIR 30 Jahre Lokalradios in der Schweiz\" href=\"http:\/\/www.merianverlag.ch\/buecher\/detail.cfm?ObjectID=96998080-0B33-581B-0851FD97EC8B6E8C\" target=\"_blank\">ON AIR.<\/a><a title=\"ON AIR 30 Jahre Lokalradios in der Schweiz\" href=\"http:\/\/www.merianverlag.ch\/buecher\/detail.cfm?ObjectID=96998080-0B33-581B-0851FD97EC8B6E8C\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1087 alignright\" title=\"On Air\" alt=\"on air pic\" src=\"http:\/\/francoismuerner.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/on-air-pic-232x300.jpg\" width=\"97\" height=\"126\" srcset=\"https:\/\/francoismuerner.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/on-air-pic-232x300.jpg 232w, https:\/\/francoismuerner.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/on-air-pic.jpg 442w\" sizes=\"auto, (max-width: 97px) 100vw, 97px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Es wurde auch ein<strong> Interview zu meinen 30 und etwas mehr Jahren surfen auf den Radiowellen.<\/strong><\/p>\n<p><b>Fragen an Fran\u00e7ois M\u00fcrner<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Du bist lange vor dem Start der Lokalradios mit der DRS-2-Sendung \u00abSounds\u00bb formal, inhaltlich und technisch neue Wege gegangen. Siehst du dich aus heutiger Sicht als Vorreiter und Wegbereiter der sp\u00e4teren Lokalradiomacher? <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sicher habe ich viele beeinflusst. Die legend\u00e4re DRS Pionierin Elisabeth Schnell hat mir einmal geschrieben, sie und ihre damaligen Kollegen h\u00e4tten mich beneidet und geliebt, weil ich mir erlaubt habe all das zu machen was eigentlich verboten war. Mein Vorteil war, ich habe die formalen \u201eTricks of the Trade\u201c\u00a0 realisieren k\u00f6nnen lange vor DRS3, vor den Lokalradios, ich war ja mein eigener Chef. So gesehen habe ich sicher \u2013 ohne dass mir das klar war &#8211; Leute beeinflusst. Ich sage immer auf mein Niveau runtergeholt\u2026 Im Ernst, ich war meinerseits sehr beeinflusst durch die englischen Radiopiraten von \u201eRadio Caroline\u201c, \u201eBig L\u201c, dem franz\u00f6sichen \u201eRTL\u201c usw. Diese wiederum waren stark gepr\u00e4gt vom amerikanischen Pop-Radio. Ich wollte einfach wissen wie die Jungs das alles machen. Die Jingles, die Sound-Effekte usw. So ist eines zum anderen gekommen. Ich habe in England gelernt und dann diverse Techniken weiter entwickelt. Z.B. das \u201eSonovox\u201c, den \u201eVocoder\u201c live in der Sendung verwendet, \u00a0ich habe ge-multi-trackt wie bl\u00f6d und hatte sp\u00e4ter das Gl\u00fcck unter anderem mit Boris Blank von \u201eYello\u201c zusammen arbeiten zu k\u00f6nnen. Ich wollte einfach alles auch k\u00f6nnen was diese Musiker konnten und habe die Technik dann f\u00fcrs Radio missbraucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Technisch: Du hast, ebenfalls lange vor dem Start privater Radios in der Schweiz, im DRS-Studio Basel f\u00fcr \u00abSounds\u00bb den \u00abSelbstfahrbetrieb\u00bb eingef\u00fchrt, der sp\u00e4ter bei den Lokalen von Anfang an zum Standard\u00a0 geh\u00f6ren sollte.\u00a0 Wo resp. wovon hast du dich dazu inspirieren lassen?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe wie gesagt das Radiomachen in England gelernt. Alle meine Vorbilder kamen aus Amerika, England und Frankreich. Die kannten nichts anderes. Ich war einfach der erste Schweizer der konsequent schon in den fr\u00fchen 70gern im DJ-Studio gearbeitet hat. Ich musste und wollte alles selber machen. Ich war auch Produzent meiner Sendungen, da achtest du auf das Budget. Ich konnte mir gar keine Techniker leisten. So gesehen war ich schon Pionier, aber dieses Ding lag in der Luft. Die gr\u00f6sste Schwierigkeit und mein Hauptverdienst, wenn man will, war es wohl dann die Technikabteilung von Radio DRS davon zu \u00fcberzeugen, dass man so \u2013 also ohne Technik hinter der Glasscheibe &#8211; sehr gut Radio machen kann. Das waren kleine K\u00f6nigrieche, die ich da in Frage stellte. T\u00f6nler sind in weissen Sch\u00fcrzen rumgelaufen, haben Sendungen zu zweit gefahren und die ultimative Qualit\u00e4t zelebriert. Da kam dann ich und sagte \u201eeuch braucht es nicht, ich mache das auch und moderiere gleichzeitig\u201c. Die waren schon leicht geschockt oder am\u00fcsiert. Ja, ja, der macht das nicht lange, der liegt bald unter dem Pult. Der Rest ist wohl Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Weshalb hast du mit dieser Vorgeschichte eigentlich nicht selber ein Lokalradio gegr\u00fcndet oder bei einem angeheuert? Hast du es je bereut, dass du bei DRS geblieben bist? Wenn ja, wann und warum? Wenn nein, weshalb nicht?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eigentlich auf den ersten Blick verr\u00fcckt. Ich wusste von England her mit \u201eCapital Radio\u201c in\u00a0 London was Lokalradio beim Start f\u00fcr einen ph\u00e4nomenalem Impact haben wird. Ich gab dem Lokalradio \u2013 aus Erfahrung und \u00dcberzeugung &#8211; die 100%-ige Erfolgsgarantie. Dann hatte ich auch fette Angebote wo mir, als dann 33-j\u00e4hriger, kurz schwindlig wurde. Doppelt so viele Sal\u00e4r, Autos, sogar Beteiligung an kommenden Medien-Imperien hat man mir angeboten. Ich bin nach kurzer \u00dcberlegung doch zum Schluss gekommen, dass all das nichts f\u00fcr mich ist. Erstens f\u00fchlte ich mich der SRG moralisch verpflichtet. Radio DRS hat mir die ganz grosse Chance gegeben, mich aus England zur\u00fcckgeholt, mir \u00a0als erster eine t\u00e4gliche Sendung gegeben. Ehrlich, es w\u00e4re nicht die feine Art gewesen wenn ich gesagt h\u00e4tte \u201eDanke Jungs, das war es\u201c, wenn ich wegen Cash ins \u201eandere Lager\u201c gewechselt h\u00e4tte. Der zweite relevantere Grund: Ich war immer ein riesiger BBC Fan. Ich habe miterlebt, wie die BBC\u00a0 \u2013 Verlagsjournalismus l\u00e4sst auch oder gerade in England gr\u00fcssen \u2013 von der Presse gebasht wurde, wie aber die Jungs von der BBC nach dem ersten Lokalradio-Schock aufgestanden sind, kreativ geworden sind und mit viel Stil noch bessere Formate und Sendung als\u00a0 vorher kreiert haben.<\/p>\n<p>Das hat mich gereizt. Ich hatte ein untr\u00fcgliches Bauchgef\u00fchl, dass ich, langfristig Gedacht bei der SRG kreativer sein kann, mehr Ecken und Kanten ausfahren darf, Dinge realisieren kann, die beim Lokalradio, egal wie gut, nie Thema sein k\u00f6nnen. Beim Lokalradio ist die Aufgabe eine andere, dort geht es um jeden Sponsor, um Quote und Werbeminuten, eine Welt, die mich sehr eingeengt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Bei SRF konnte ich<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Echtes Rock Radio machen. Inklusive echter Rock-Attitude, kompromisslose Interviews (roh und sexy u.a. mit den \u201eBollack Brothers\u201c oder \u201eRay Davies\u201c.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich konnte selber die \u00dcbertragung von Live-Konzerte organisieren (u.a. das inzwischen legend\u00e4re erste \u201eDepeche Mode\u201c Konzert in einer 6000-Halle\u00a0 in Basel, Iggy Pop in Z\u00fcrich. Wir waren Instrumental beim inzwischen auf dem Internet viel kopierten Leonard Cohen Konzert.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich konnte f\u00fcnf (!) Sender-Layouts realisieren (2 x mit Boris Blank DRS 3, dann mit GrooveWorx Los Angeles f\u00fcr DRS 3, dann Executive Producer beim Layout von SRF Virus, dann wieder ab 2003 bis 2010 das ganze neue Layout f\u00fcr DRS 3 mit Idee+Klang\u00a0 Basel. Das letzte Mal habe ich \u2013 aus fr\u00fcherer Erfahrung \u2013 100% auf Schweizer Audio-Designer und Musiker gebaut. Motto: Wir k\u00f6nnen\u00a0 das besser als die Amis.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich konnte kompromisslos Musik von Schweizer Bands und Musikern spielen,\u00a0 die dann noch niemand kannte und die Dank DRS 2 und sp\u00e4ter DRS 3 gross geworden sind. Stephan Eicher hat mir erst vor einer Woche wieder gesagt \u201eohne dich w\u00e4re ich nicht da\u201c, was nat\u00fcrlich \u00fcbertrieben ist, aber es stimmt, meine Sendungen waren wie Sauerstoff f\u00fcr die Musikszene Schweiz. Die Musiker h\u00f6rten ihre Songs zum ersten Mal im nationalen Radio. Das hat vielen Auftrieb gegeben. Ich wusste, dass ich nichts falsch machte. Diese Bands und Musiker waren fast alle mindestens so gut, wie das was ich acht Jahre lang in London geh\u00f6rt hatte. Ihr einziger Nachteil, sie kamen aus der kleinen Schweiz.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich konnte live (!) mit technischen Gadgets experimentieren, die uns echt weitergebracht haben. Im H\u00f6rspielstudio stand ein Vocoder (da konntest du Stimme mit Musik verbinden). Das war ideal f\u00fcr meine kleinen Science-Fiction Stories die ich in die Techno-Sounds einstreute (Techno Sounds ein Sendeformat das ich zusammen mit dem Musikredaktor Urs Musfeld entwickelt hatte, wo wir nur Musik die mit Computer entstanden sind gespielt haben. NB lange vor der Street-Parade).<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich kreierte sp\u00e4ter die t\u00e4gliche Fortsetzungsgeschichte \u201eFax\u201c wo die H\u00f6rer und H\u00f6rerinnen t\u00e4glich bestimmten wie es am n\u00e4chsten Tag weitergehen soll. Ich glaube nicht, dass ich f\u00fcr ein Lokalradio tolle Schreiber wie ein Hansj\u00f6rg Schertenleib, Urs Widmer, Claude Cueni oder Milena Moser h\u00e4tte gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Sp\u00e4ter machte ich verr\u00fcckte Dinge, wie immer zu Jahresbeginn nur schlecht Musik spielen (Verbrechen auf Schallplatte). Motto: Es kann dann nur noch besser werden. All das konnte ich realisieren, einfach weil man mir vertraute und keine Sponsoren hatten, die eventuell in diesem Umfeld keine Werbung schalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Noch sp\u00e4ter konnte ich \u201eVirus \u2013 Radio neuste Generation\u201c loskicken. Mein Ziel: ein \u201eRadiophonic Workshop\u201c eine \u201eTalentschmiede\u201c f\u00fcr die SRG und NB die Radioszene Schweiz.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Usw. usw.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Du bist also \u00a0DRS treu geblieben. Wie erinnerst du dich an die Zeit zu Beginn der 80er-Jahre, als absehbar wurde, dass DRS private Konkurrenz erhalten w\u00fcrde? \u00a0Wie an die Zeit, als DRS mit einem dritten Programm gegen diese aufr\u00fcstete? <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war kein \u201egegen diese aufr\u00fcsten\u201c. Aus meiner Sicht war das so: Die Kollegen von DRS wollten schon vor mir ein Pop-Programm loskicken, lange vor Schawinski. Das lag einfach in der Luft. Der SWR und andere hatten das vorgemacht. Politisch war das aber kein Thema. Frust total. Als dann Schawinski seinen Sender auf den Pizza Groppera stellte (Hut ab Roger!) haben wir alle jubiliert. Jetzt muss, wird etwas passieren. Es ist dann auch. Die SRG bekam endlich Konkurrenz, endlich hatten wir die Ausrede um das zu machen was wir eigentlich schon seit den 60ger Jahren machen wollten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>5.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00abLocker vom Hocker\u00bb lautete in der Startphase der Slogan, mit dem die journalistische und vor allem die musikalische Leistung der Privaten etikettiert wurde &#8211; von den einen positiv als Fortschritt gegen\u00fcber der vermeintlichen Steifheit und Verkrampftheit von \u00abRadio Berom\u00fcnster\u00bb, von den anderen negativ als Synonym f\u00fcr Oberfl\u00e4chlichkeit und Schnoddrigkeit. Wie beurteiltest du damals diesen Radiostil? <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war ja genau das was alle wollten. Die H\u00f6rer und H\u00f6rerinnen, die Macher und Macherinnen. Man wollte Menschen hinter dem Mikrofon, keine Sprecher und Sprecherinnen die im kleinen Schwarzen oder der Krawatte ihre \u201eKunst\u201c zelebrierten.<\/p>\n<p>Einige der Lokalradio-Moderatoren waren ja ehemalige DRS Leute, die da endlich sich selber sein durften. Andere wurden angeheuert und kannten nicht anders. Super! Was schwach war, aber niemand so richtig bemerkt hat, war die journalistische Leistung. Nix wurde gewichtet \u2013 so schien es \u2013 es wurde einfach \u00fcbernommen. Agenturen-Deutsch war die neue Landessprache. H\u00f6rer und H\u00f6rerinnen wurden nicht wirklich ernst genommen. Man hat zwar versucht auf Augenh\u00f6he zu kommunizieren, das aber leider zu oft nicht geschafft.<\/p>\n<p>Die Augenh\u00f6he war bei den Privaten oft unter dem Tisch, bei DRS dann immer noch vom Lehrerpult schr\u00e4g nach unten. Aber es war eine lustige Zeit. Es gen\u00fcgt, dass man dauernd z.B. \u201eBasel\u201c sagte und man hatte damit im Raum Basel einen riesen Erfolg. Mein Eindruck dann \u2013 und der dauerte recht lange an \u2013 war, dass man zu lange auf den Anfangs-Lorbeeren ausgeruht hat. Klar, diese Formel hat funktioniert, also \u201eenges Musik-Repertoire, wir spielen den Leuten nur das was sie kennen\u201c und \u201ewir labeln alles mit Basel, ZH oder was auch immer\u201c. Nur hat man es vers\u00e4umt von Anfang an auf Qualit\u00e4t zu setzen. Ich behaupte die zahlt sich\u00a0 \u201ein the long run\u201c aus. Man hat oft den Fehler gemacht lokale Radio-Talente auszupressen wie Zitronen und sie dann trocken fallen gelassen. Amerika zeigt aber, dass es gerade in lokalen M\u00e4rkten elementar ist, dass man Figuren aufbaut \u2013 \u00fcber Jahrzehnte (!) &#8211; die im Sendegebiet tief verankert sind. Radio ist wie kein anderes Medium ein St\u00fcck Heimat. Viele Lokalradio-Chefs haben das nicht wirklich realisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>6.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie beurteilst du aus heutiger Sicht den Erfolg der Lokalradios? Was haben Sie der Schweizer Radioszene gebracht? Wie hat sich dein \u00abHaussender\u00bb, haben sich DRS 3 und VIRUS behauptet oder allenfalls sogar inspiriert? <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Lokalradios sind ein bedeutender Teil der Schweizer Medienszene. Wir k\u00f6nnten eigentlich alle zufrieden sein. 90% der Bev\u00f6lkerung schaltet\u00a0 trotz allen anderen Angeboten jeden Tag das Radio ein. Rund ein Drittel h\u00f6rt Lokalradio, rund zwei Drittel h\u00f6ren einen SRF Sender. Trotz allen anderen Angeboten! Die Erosion ist gering.<\/p>\n<p>Radio wird es immer besser gehen als dem Fernsehen. Radio begleitet, Radio ist \u2013 dank der Musik, dank dem Wort \u2013 im besten Fall immer emotional, Radio ist leicht verf\u00fcgbar, Radio ist jetzt interaktiver als je. Wir kreieren Communities in einem bisher ungekannten Mass. Radio ist vor allem inhaltlich deutlich relevanter als es je war. Da liegt, meine ich, der Schl\u00fcssel. Wir m\u00fcssen daran arbeiten, dass es sich jedes Mal lohnt, wenn man das Radio einschaltet. Wir haben den Vorteil wir sind lokal! Wir wissen was hier abgeht. Das weiss Howard Stern (der US-Shock-Jock) nicht. Sollte iTunes via iPad (ein Radio Pay Button sei in Vorbereitung) ihn einmal gegen $$$ streamen, na und. Die ersten f\u00fcnf Sendungen ist er vielleicht ganz lustig, so wie \u201eWorld Federation Wrestling\u201c aber er weiss nicht was bei den \u201eRapperswil Lakers\u201c abgeht, oder bei den \u201eYoung Boys\u201c, er hat die Stimmen der Trainer nicht, die Spieler nicht. Lokalradio ist am besten wenn Lokalradio das einl\u00f6st was der Name verspricht \u201eLokal\u201c. Erz\u00e4hlt mir das Lokalradio die lokalen Geschichten so, dass ich begreife, das geht mich etwas an, also das passiert in meiner Stadt, meiner Region\u2026 dann\u2026 ja dann.. ist Lokalradio unschlagbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>14. M\u00e4rz 2013 \u00a0 FM Fran\u00e7ois M\u00fcrner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragen von Roger Thiriet f\u00fcr das Buch ON AIR. Es wurde auch ein Interview zu meinen 30 und etwas mehr Jahren surfen auf den Radiowellen. Fragen an Fran\u00e7ois M\u00fcrner &nbsp; 1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Du bist lange vor dem Start der Lokalradios mit der DRS-2-Sendung \u00abSounds\u00bb formal, inhaltlich und technisch neue Wege gegangen. Siehst du dich aus heutiger Sicht als Vorreiter und Wegbereiter der sp\u00e4teren Lokalradiomacher? &nbsp; Sicher habe ich viele beeinflusst. 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